Donnerstag, 8. Dezember 2016

Hühner


Die Weihnachtszeit hat angefangen und auch bei uns in den Teebergen wird es kälter.
Während ich am Anfang noch bereut habe, den begrenzten Platz in meinem Koffer für einen Pullover geopfert zu haben, so bin ich jetzt doch sehr froh darüber.
"Unser" Haus bei diesigen,"winterlichen" Verhältnissen
Arbeitsmäßig beschäftigen wir uns derzeit damit, einen Kurzfilm über ein neues Projekt von PDS zu drehen. Unsere NGO bietet Teilnehmern an, als einkommensschaffende Maßnahme Hühner zu züchten und versorgt sie dazu mit den Tieren und Käfigen. Zusätzlich werden Kurse zur ökonomischen und ökologischen Haltung von Hühnern angeboten.
Da man ein Ei für etwa sechs Rupien (circa neun Cent) verkaufen kann und ein Huhn an etwa 300 Tagen im Jahr Eier legt, kann ein Halter mit zum Beispiel zwanzig Hühnern im Jahr im Idealfall 36000 Rupien (circa 500 Euro) verdienen. Das kann für einen Kleinbauern eine gewisse Einkommenssteigerung sein. Ein Kilo Reis zum Vergleich kostet etwa 20 Rupien (circa 30 Cent).
Gefüttert werden die Tiere normalerweise mit Essensresten aus dem Haushalt, so dass es wenig laufende Kosten von dieser Seite gibt.
Die Teilnehmer tragen einen großen Teil der Kosten für die „Grundausstattung“ selbst, der meist in Raten abgezahlt wird.
Unser Film soll dazu dienen, die Unternehmung dem indischen Entwicklungsministerium zu präsentieren, welches PDS bei einigen Projekten finanziell unterstützt.
Es gibt  normalerweise zwei Regenzeiten in Kerala, die erste große von Juli bist Anfang September und die zweite im November/Dezember, welche jedoch für gewöhnlich kleiner ausfällt, da es meist nur nachmittags regnet.
Schwarze Hühner
Dieses Jahr ist allerdings die kleine Regenzeit besonders klein ausgefallen, wir hatten die letzten zwei Monate nicht mehr als drei Regentage. Daher waren wir dann doch überrascht, als es letzten Donnerstag doch sehr nass wurde.
Da genau dieser Donnerstag unglücklicherweise unser erster Filmtag war, hatten wir gewisse Probleme damit, die Soundqualität auf ein erträgliches Maß nachzubearbeiten, da der Regen draußen beim Hühnerstall aber auch drinnen durch das dünne Dach stark zu hören war. 

Zu erwähnen wäre noch, dass die Hühner, welche PDS verteilt, schwarz sind, es handelt  sich auf den Bildern um eine bestimmte Art, welche übrigens auch schwarzes Fleisch hat und qualitativ hochwertiger sein soll, als gewöhnliche weiße oder braune Hühner.

Montag, 24. Oktober 2016

Von Kardamom und anderen Dingen

Seit unserem letzten Blogpost ist einige Zeit vergangen, ein Drittel unserer Aufenthaltszeit ist inzwischen vergangen und unser Alltag hier ist zur Normalität geworden. Die Regenzeit ist endgültig vorbei und wir erfreuen uns an dem überwiegend guten Wetter. Nachts können wir von unserem Flachdach aus, wenn das Wetter mitspielt, einen traumhaften Sternhimmel beobachten.
Ausblick auf Kuttikanam von unserem Dach

Unsere erste filmische Arbeit haben wir am Samstag beendet. Wir sollten einen Kurzfilm über den Anbau von Kardamom in einem PDS-Projekt dokumentieren, die verschiedenen angepflanzten Arten fotografieren und ein Interview mit den Projektteilnehmern filmen. Dazu nahmen uns am letzten Dienstag zwei Mitarbeiter, Sheen und Athul, mit zu einem Field Visit, wo wir die Aufnahmen machen konnten.


Bei für uns, die wir das kühle Klima in Peermade gewohnt sind, geradezu heißen Temperaturen verbrachten wir die nächsten Stunden damit, in den Kardamomfeldern umherzukraxeln und die Pflanzen für unsere Aufnahmen zu drapieren.
Kardamompflanze
Auch an der Gastfreundschaft der Gewürzbauern konnten wir uns sehr erfreuen, überall wurden wir ins Haus gebeten, wurden uns Tee, Bananen und andere Snacks angeboten.
Kardamomblüte
Bedauerlicherweise mussten wir allerdings feststellen, dass das Zuschneiden und Bearbeiten des Materials deutlich mehr Arbeit benötigt, als das praktische Aufnehmen der Bilder und Videos, besonders, da wir uns in die Programme erst einarbeiten mussten. Doch nach etlichen Stunden war auch das erledigt, so dass wir am Samstag mittags unser kleines Projekt abgeben konnten.

Unscharf aber zufrieden:
Ich, eine Hand, Jan und große Teile von Binal
Letzte Woche bekamen wir dann Besuch von Malathi, der Mitarbeiterin der KKS/KKF, die uns auch schon während unseres Einführungsseminars begleitet hat. Mit ihr konnten wir einerseits sehr nette Gespräche führen und über unsere bisherige Tätigkeit reflektieren aber gingen auch in einem sehr guten nordindischen Restaurant in Kumily, einem Ort in der Nähe, essen.

Wir planen im Augenblick fleißig unseren dreiwöchigen Urlaub im Januar. Voraussichtlich werden wir zuerst mit dem Zug nach Bangalore fahren, uns dort mehrere Tage umsehen, dann nach Delhi hochfliegen und über Rajasthan und Gujarat wieder in Richtung Süden touren. Dabei werden wir auch andere Freiwillige treffen, jedoch ist die Planung noch nicht abgeschlossen.

Samstag, 24. September 2016

Die Lage am Samstag

Letzten Sonntag durften wir zusammen mit Father Hubby die Jahresfeier einiger Selbsthilfegruppen von PDS besuchen. Dabei wurden erst einige Spiele gespielt, die wir leider verpassten, da wir wegen der langen Fahrt erst später kamen. Dann wurden alle etwa zweihundert Anwesenden ausführlich und äußerst schmackhaft bewirtet.
Nach einigen Reden wurden schließlich noch kulturelle Darbietungen aufgeführt, unter anderem ein traditioneller Tanz.

Wir haben unsere Präsentation für Father Hubby's Österreich-Tour inzwischen beendet und bekommen demnächst wohl andere Aufgaben.
Morgen besuchen wir den Thekkady-National-Park zusammen mit den Freiwilligen von unserem Nachbarprojekt in Kumily.




Samstag, 10. September 2016

Happy Onam


"Der König Mahabali"
Am Mittwoch wird hier in Kerala Onam gefeiert, das Nationalfest und eines der größten Feste Südindiens. Es erstreckt sich über einige Tage und wird ausführlich zelebriert. 
Ich fasse hier die Onamlegende kurz zusammen.
Es war einmal ein König namens Mahabali, der war reich und mächtig und so gut zu seinem Volk, dass er wie ein Gott verehrt wurde. Das konnten die echten Götter natürlich nicht dulden und so baten sie Vishnu ihn zu bestrafen. 
 Als ein Zwerg getarnt trat der vor den König und bat ihn, ihm drei Schritt weit Land zu geben.
Mahabali wurde zwar von seinem Lehrer Shukracharya gewarnt, dass er eine Inkartation Vishnus vor sich habe, aber er ließ sich nicht davon abbringen, die Bitte zu gewähren.
Bei der Messung aber veränderte sich Vishnus Gestalt und er wurde so riesig, dass er mit dem ersten Schritt den gesamten Erdkreis abdeckte, mit dem zweiten den Himmel. 
Als der König das sah, bat er den Gott den dritten Schritt auf ihn zu setzen. Vishnu tat dies und drückte den Herrscher damit in die Unterwelt. 
Da er jedoch sein Versprechen gehalten hatte, ihm das Land zu geben, belohnte Vishnu den König mit einem Wunsch.
Mahabali bat darum, einen Tag im Jahr sein Volk besuchen zu dürfen. Seit damals wird einmal im Jahr Onam gefeiert um die Rückkehr des Königs zu feiern.
Ein Onapookkalam
Gestern konnten wir bereits den Festlichkeiten auf dem College-Campus in Kuttikanam beiwohnen, der auch zum PDS-Netzwerk gehört. Dabei gab es eine große Parade mit bunten Verkleidungen zu bewundern, bei der alle College-Studenten mitliefen.
Außerdem macht jede der Klassen einen traditionellen Onapookkalam, eine Art Blütenteppich, auf welchem aufwendige Muster und Motive abgebildet werden.
Im Anschluss an die Parade gab es verschiedene Reden, Gesangs- und Tanzeinlagen.
Dabei konnten wir auch erstmals das College näher kennen lernen und Kontakte mit gleichaltrigen Inderinnen und Indern knüpfen, da unser Zutritt zum College an normalen Tagen eingeschränkt ist.

David
 

Samstag, 3. September 2016

Gestern wurde hier in Kerala gestreikt. Insgesamt haben in Indien 150 Millionen Menschen gestreikt (Quelle: The Hindu). In dem Streik ging es um einen 12 Punkteplan, der auch eine Anhebung des Mindestlohnes vorsieht. Der Streik hat alle Teile des öffentlichen Lebens getroffen und zum größten Teil still gelegt. Deshalb sind wir auch nicht ins Büro gefahren, sondern haben Zuhause weiter gearbeitet.

http://l.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fm.thehindu.com%2Fnews%2Fnational%2F15-crore-workers-will-be-on-strike-unions%2Farticle9056475.ece&h=gAQG6BeE8&s=1

Jan

Freitag, 26. August 2016

Ein ganz normaler Tag

 
Um exakt sieben Uhr fünfundvierzig klingelt der Wecker. Innerhalb der nächsten fünfzehn Minuten ziehen wir uns um, waschen uns und wanken in unterschiedlichen Graden von Müdigkeit ins gegenüberliegende PDS-Office. Im hinteren Teil des großen Backsteinhauses bekommen wir unser Frühstück von Joseph, dem PDS-Koch, aufgetischt.
Kuttikanam im Regen (wie so oft)
Das indische Frühstück war zumindest für meinen deutschen Magen erst gewöhnungsbedürftig. Meistens gibt es Reis, Reiskuchen, warmen Reis oder Uppam, eine Art Reisfladen, mit einer Soße. Dazu einen köstlichen frischgepressten Saft, den Joseph jeden Tag nach Geheimrezept und mit stark variierenden Zutaten zubereitet.
Danach fahren wir zuerst ins nächstgrößere Dorf Kuttikanam und von dort aus etwa zehn Minuten mit dem Bus nach Peermade zum PDS Main Office
Die Arbeitszeiten im Office gehen von halb zehn bis fünf Uhr nachmittags. Darin eingeschlossen ist eine Mittagspause, in welcher im Nachbarhaus gegessen wird.
Jan bei der Arbeit
Zur Zeit arbeiten wir noch an den Präsentationen für Father Hubby. Das ist keine besonders spannende Tätigkeit, aber schließlich muss sie von irgendjemandem erledigt werden.
Ab und zu nimmt uns Father Hubby auf verschiedene Treffen der zahlreichen Projektgruppen der Organisation mit, um Fotos zu machen. Auf diese Weise lernen wir auch PDS besser kennen.
Nach dem Office fahren wir normalerweise zurück zum Hospital (in welchem wir wohnen) und freuen uns aufs Abendessen um halb sieben.

David

Samstag, 20. August 2016

Die erste Woche


Wir gehen auf das Ende unser ersten richtigen Woche hier im Projekt zu. Es war eine volle, anstrengende, aber auch tolle Woche. Wir waren viel unterwegs. Wir haben am Montag, dem indischen Unabhängigkeitstag, die Jubiläumsfeier einer Selbsthilfegruppe besucht um dort Fotos zu machen. Darauf folgte unser zweiter Officetag, den wir damit verbrachten Präsentationen zum Thema Management zu gestalten. Von diesen werden wir noch viele erstellen in den nächsten Monaten.

Affe auf dem Zaun der Gewürzfabrik
 Um 6:30 ging unser Mittwoch los, ohne Frühstück in den Bus, eineinhalb Stunden zur nächsten Stadt. Der Bus war voll und wir mussten die ganze Zeit stehen. Nach einem kleinen Frühstück aus frittierten Bananen und Keksen ging es weiter im Bus zur zentralen Polizeistation im Distrikt Idukki, um uns dort zu registrieren. Das ist ein Prozess, der von allen Ausländern durchgeführt werden muss die sich nicht als Touristen in Indien aufhalten. Dieser Trip gab uns die Chance eine weitere Stadt in unserer Umgebung ein bisschen kennenzulernen.
Unterstand der Arbeiter beim Organic Garden
Am nächsten Tag hätten wir uns planmäßig die Tee- und Gewürzfabrik angucken sollen, aber statt dessen wurden wir von unserem Direktor Father Hubby Mathew mitgenommen zu der Gründung eines Zusammenschlusses von Farmern zur Vermarktung ihrer Produkte, um bessere Preise zu erhalten.
Auf dem Rückweg sind wir dann zu der von PDS betriebenen Wäscherei gefahren, die von Tribal-Frauen geführt wird. Ihnen wird dort die Möglichkeit gegeben, einen Job auszuüben.
Auf unserem Weg ins Büro am Freitag Morgen wurden wir durch einen glücklichen Zufall von einem der Mitarbeiter aufgesammelt und dann zu seinem Arbeitsplatz mitgenommen, erst in die Gewürzfabrik und dann zum Organic Garden. Danach ging es zu der monatlichen Vollversammlung des Büros, in der jeder vorstellt, woran er arbeitet und seine Fortschritte.
Samstag ist diese Woche unser Tag zum Blog schreiben und Wäsche waschen. Es ist auch der erste Tag an dem wir hier in Kerala sind, an dem die Sonne richtig scheint.

Jan


Sonntag, 14. August 2016

Der Anfang


Nachdem wir donnerstags um acht Uhr morgens im KKID (Karl Kübel Institute for Development), der indischen Zweigstelle der Karl-Kübel-Stiftung, angekommen waren und den größten Teil des Tages nach der anstrengenden Reise verschliefen, verbrachten wir mit den anderen Freiwilligen eine wunderschöne Vorbereitungswoche.
Shiva-Tempel in Coimbatore
Malathi, unsere indische Mentorin, ging mit uns am ersten Tag indische Kleidung einkaufen, was sich für die weibliche Seite ganz zu unserem Leidwesen als langwieriger erwies, als für uns. Wobei man dazu sagen sollte, dass die Auswahl für sie Churidas und dazu passenden Hosen auch wesentlich größer war, als für uns mit unseren Hemden. Malathi zeigte uns auch verschiedene Tempel und Kirchen in und rund um Coimbatore. Zum Beispiel besichtigten wir das Yogacenter mit angeschlossenem Tempel des Gurus Sadhguru. Dort nahmen wir auch ein rituelles Bad, bei welchem man nur mit einem Tuch bekleidet für einige Minuten schweigend ins Wasser steigt und verschiedene Schreine berühren muss.
Unsere Gruppe vor der Adiyogi-Statue des Sadhguru
Leider war dort, wie in den meisten Hindu-Tempeln das Fotografieren verboten. So führte uns Malathi behutsam an die indische Kultur heran.

Zur zweiten Hälfte des Seminars kamen die ersten Mentoren dazu, welche uns erstmals explizit auf die Tätigkeit in unseren Organisationen vorbereiteten. Unser Mentor Binal ist noch recht jung und sehr freundlich.
Mittwoch abends fuhren wir dann mit Binal von Coimbatore aus mit dem Nachtzug etwa sechs Stunden nach Kottayam und von dort aus um vier

Binal, Ich und Jan
Uhr früh mit dem Bus weiter zu unserer Unterkunft in der Nähe von Peermade.
Die Fahrt im indischen Schlafabteil war dabei angenehmer als ich erwartet hatte. Auf drei Liegen übereinander konnten wir immerhin einige Stunden lang schlafen.
Das erste, was uns auffiel, als wir aus dem Zug in Kottayam stiegen, war die extreme Feuchtigkeit.
Im Gegensatz zu Coimbatore, welches im überwiegend flachen und trockenen Tamil Nadu liegt, befindet sich Kottayam im Herzen Keralas, welches gerade in der aktuellen Regenzeit sehr feucht ist. (Unsere Wäsche zum Beispiel wird nie hundertprozentig trocken.)
Auch die Aussicht auf die Berglandschaft auf der Busfahrt war für uns sehr beeindruckend.

Die Teeberge bei Peermade
Freitag war unser erster Bürotag im Hauptsitz von PDS, an welchem wir die Mitarbeiter und unseren eigenen Arbeitsplatz kennen lernen konnten. Dort sind etwa zwanzig Leute beschäftigt, die allerdings unter der Woche auch viel unterwegs sind.
Unsere Aufgaben für die nächste Zeit bestehen aus dem Erstellen von Präsentationen für Father Hubby, den Direktor von PDS. Später werden wir auch kleinere Filme drehen.

Da wir jeden zweiten Samstag im Monat frei haben, nutzten wir gestern die Möglichkeit, um zuerst nach Mundakayam und anschließend nach Kottayam zu fahren und dort einige Tempel, Kirchen und kleine Läden zu besuchen. Dazu und zum Independence-Day, welcher am Montag gefeiert wird, schreiben wir aber in einem anderen Artikel noch Näheres.

David

Donnerstag, 4. August 2016

Erster Tag

Wir sind gut angekommen und befinden uns jetzt im KKID in Coimbatore für ein Seminar. Am Mittwoch geht es weiter zu unserem Projekt.

Mittwoch, 3. August 2016

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